Das höre ich regelmäßig von Besitzern von Hunden und Katzen mit chronischen Magen-Darm-Beschwerden.
Und mit „so einiges“ ist dann auch wirklich alles Mögliche gemeint:
🌿 Bachblüten
🟤 Moorpräparate oder Huminsäuren
🥄 Tonmineralien oder Detox-Pulver
🦠 mehrere Prä- und Probiotika gleichzeitig
🌱 Kräutermischungen, Kolostrum, Slippery Elm, Verdauungsenzyme und manchmal noch etwas Zusätzliches „für die Abwehrkräfte“
Oft alles in bester Absicht. Denn wenn ein Tier seit Monaten wechselnden Kotabsatz hat, Übelkeit zeigt, Bauchschmerzen zu haben scheint oder schlecht frisst, dann möchte man als Besitzer etwas tun.
Doch gerade bei einem Darm, der bereits aus dem Gleichgewicht geraten ist, ist mehr nicht immer besser.
Jedes Produkt enthält wieder eigene Inhaltsstoffe, Hilfsstoffe, Aromen oder Trägerstoffe. Und jedes neue Produkt ist damit auch ein neuer Reiz für einen Darm, der oft gerade Ruhe, Vorhersehbarkeit und Einfachheit braucht.
Das heißt nicht, dass Supplemente nie sinnvoll sind.
Ein gut gewähltes Probiotikum kann in bestimmten Situationen sehr passend sein.
Eine spezifische Faserquelle kann ein gut begründeter Bestandteil einer mikrobiomunterstützenden Therapie sein.
Omega-3-Fettsäuren, Cobalamin oder Elektrolyte können bei manchen Patienten durchaus notwendig und relevant sein. Aber dann gezielt. Mit einer klaren Begründung. Und vorzugsweise nicht alle gleichzeitig.
Bei Magen-Darm-Beschwerden beginnt die Genesung selten mit einem Regal voller Döschen. Sie beginnt meist mit einer gut gewählten Basisfütterung, passend zum Patienten, zu den Beschwerden und zur vermuteten zugrunde liegenden Ursache.
Ruhe im Darm erfordert oft auch Ruhe im Fütterungsplan.
Less is more klingt vielleicht nicht so spannend wie ein neues Supplement mit großen Versprechen. In der Praxis ist es aber oft genau das, was ein empfindlicher Darm braucht.

No responses yet