Für viele Tierhalter steht frisch zugesetztes Fleisch im Trockenfutter für bessere Qualität und mehr Geschmack. Deshalb machen Angaben wie 60 %, 70 % oder sogar 80 % Frischfleisch so viel Eindruck.
Doch der Anteil an Frischfleisch ist nicht dasselbe wie der Anteil an tierischem Eiweiß.
Ein anschauliches Rechenbeispiel:
70 kg frisches tierisches Material mit 20 % Rohprotein liefern rund 14 kg Eiweiß.
Von diesen 70 kg können knapp 50 kg aus Wasser bestehen. Dieses Wasser verdampft bei der Herstellung der Kroketten größtenteils.
Zum Vergleich:
20 kg konzentriertes Tiermehl mit 70 % Rohprotein liefern ebenfalls rund 14 kg Eiweiß.
70 % gegenüber 20 % sieht auf einer Verpackung spektakulär aus. Der Beitrag zum Eiweißgehalt kann jedoch nahezu identisch sein.
Und „frisches Huhn“ bedeutet nicht automatisch, dass ganze Hähnchenbrustfilets in den Extruder wandern. Meist handelt es sich um fein zerkleinertes Hühnergewebe und andere verwertbare Teile aus der Lebensmittelproduktion.
Daran ist nichts auszusetzen: Solche Rohstoffe können durchaus einen guten Nährwert haben. Aber frisch ist kein Qualitätssiegel. Es sagt nichts darüber aus, wie viel Eiweiß am Ende in der Krokette übrig bleibt, wie gut dieses Eiweiß verdaulich ist oder wie schmackhaft das Endprodukt tatsächlich ist. Auch dafür sind die gesamte Rezeptur und die Verarbeitung entscheidend.
Die relevante Frage ist also nicht, wie viel Frischfleisch in die Krokette hineinging.
Die relevante Frage ist, wie viel verdauliches Eiweiß das fertige Futter dem Tier liefert.
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Das Rechenbeispiel ist illustrativ. Wasser- und Eiweißgehalte unterscheiden sich je nach Rohstoff.

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